StR Ludwig: Mehr Wohn- und Lebensqualität in Gründerzeitvierteln
Zurzeit sind in zehn Bezirken Wiens geförderte Blocksanierungen
in Vorbereitung oder Umsetzung. So auch im im Grätzel
Sechshaus, das noch lebenswerter gestaltet werden soll.
Wien (NRK - 30.07.2012 10:18 Uhr) Zentrales Ziel der zu Beginn der 90er Jahre
entwickelten Blocksanierung ist die nachhaltige Aufwertung dicht
bebauter Stadtteile durch eine Fülle von Maßnahmen, die sowohl die
hochwertige und sozial verträgliche Sanierung von Häusern als auch
eine Aufwertung des Wohnumfeldes und der Freiräume zum Ziel haben. Um
die Qualität der Sanierungen zu sichern, spielen Ökologie, die
harmonische Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten, eine ausreichende
soziale Infrastruktur, aber auch Themen wie Barrierefreiheit,
Sicherheit sowie Gender Mainstreaming eine wichtige Rolle.
"Die Blocksanierung steht für eine nachhaltige Verbesserung der
Wohn- und Lebensqualität, die über das einzelne Haus, das einzelne
Grundstück hinausgeht. Sie ist eine Weiterentwicklung der Idee der
,Sanften Stadterneuerung' in sozialem, wie auch in wirtschaftlichem
Sinne. Wenn Viertel erneuert und attraktiver gestaltet werden,
bedeutet das nicht nur einen wichtigen Impuls für die dort ansässige
Bevölkerung, sondern auch für das lokale Wirtschaftsleben", erklärt
Michael Ludwig, Wiener Wohnbaustadtrat und Präsident des
wohnfonds_wien. *****
Zwtl.: Blocksanierungsgebiet Sechshaus
Bei der Auswahl für ein Blocksanierungsgebiet werden neben
baulichen Kriterien wie Gebäudezustand und -alter auch städtebauliche
Komponenten wie zum Beispiel die Lage des Gebietes, die
Bebauungsdichte und die Infrastruktur herangezogen.
Ein aktuelles Beispiel ist das Grätzel Sechshaus im 15. Bezirk,
zwischen Sechshauser Straße und Wienzeile, das zu den neuesten
Blocksanierungsgebieten in Wien zählt. Ein Viertel, das aufgrund
seiner günstigen Lage nahe Mariahilf und guten Anbindung an den
öffentlichen Verkehr (U4, U6, 57A, 12A, 63A) ein großes Potential für
kommende städtebauliche Entwicklungen besitzt.
Das Blocksanierungsgebiet umfasst acht Baublöcke mit insgesamt 94
Liegenschaften.
Für vier Wohngebäude (Ullmannstraße 45, Diefenbachgasse 52,
Pillergasse 5, Pillergasse 11) wurde bereits ein Antrag für eine
geförderte Sanierung eingereicht, außerdem befinden sich zwei Gebäude
(1150, Ullmannstraße 41, Ullmannstraße 47) in Sanierung und bei einem
weiteren Gebäude (Sechshauser Straße 51) wurde die Revitalisierung
bereits abgeschlossen.
Durch sensible Maßnahmen wie Teilabbrüche, Dach- und
Hofbegrünungen soll die dichtere Bebauung des Viertels aufgelockert
werden. Gleichzeitig sollen durch die Nachverdichtung der
Straßentrakte attraktive Dachgeschoßwohnungen und damit neuer
Wohnraum entstehen. Im Zuge dieser Maßnahmen wird auch der Altbestand
der Liegenschaften verbessert. Durch Lift- bzw. Balkon-Zubauten sowie
thermische Sanierungen kann das ganze Gebiet profitieren. Die
Gestaltung eines attraktiven neuen Herzen des Grätzels, die
Einrichtung eines temporären Markts und die Aufwertung des
öffentlichen Grünraums zählen zu den weiteren Zielen dieser
Blocksanierung.
"Die beträchtlichen Fördermittel der Stadt Wien bieten auch bei
Blocksanierungen die entscheidenden Anreize, um private
Hauseigentümerinnen und -eigentümer ins Boot zu holen und
städtebauliche Strukturverbesserungen - durch die in Folge auch neue
Bevölkerungsschichten und Unternehmen angesprochen werden - zu
erreichen. Zug um Zug werden auf diese Weise ganze Viertel
aufgewertet. Dabei wird hohes Augenmerk auf die Erhaltung des
ursprünglichen Flairs gelegt", betont Ludwig.
Zwtl.: Blocksanierungen - die Ziele und Schwerpunkte
Bei Blocksanierungen werden zusätzlich zu den Förderungen für
qualitativ hochwertige und ökologische Wohnhaussanierungen folgende
Schwerpunkte gesetzt:
* Verbesserung der Belichtungs- und Belüftungsverhältnisse
* Errichtung von Freiflächen in Form von Terrassen, Loggien, Balkonen
oder Eigengärten
* Schaffung von neuem, attraktivem Wohnraum durch
Dachgeschoßausbauten
* Nachverdichtung von untergenutzten Liegenschaften durch Zu- und
Neubauten
* ökologische Maßnahmen für eine erhöhte Wohnqualität und ein
verbessertes Mikroklima, wie z.B. die Schaffung von neuen Grünflächen
bzw. die Begrünung und nutzerInnengerechte Gestaltung der Höfe
* Sicherung und Verbesserung von Nutzungsmischungen (Wohnen, Arbeiten
und
Nahversorgung)
* die wohnverträgliche Neustrukturierung des Hinterhofgewerbes
* die Schaffung neuer bzw. die Vergrößerung bestehender öffentlicher
Grünflächen
* Schaffung sozialer Infrastruktureinrichtungen
* Maßnahmen zu Verkehrsberuhigung, z.B. Fuß- und Radwege sowie
Garagenstandorte
Zwtl.: Aktuelle Blocksanierungen in acht Wiener Bezirken
In Vorbereitung oder Umsetzung sind:
3., Eurogate: 4 Baublöcke, 36 Liegenschaften
10., Kretaviertel: 8 Baublöcke, 79 Liegenschaften
11., Rinnböckstraße, 9 Baublöcke, 86 Liegenschaften
12., Murlingengasse: 10 Baublöcke, 119 Liegenschaften
15., Sechshaus: 8 Blöcke, 94 Liegenschaften
16., Roseggergasse: 9 Baublöcke, 113 Liegenschaften
17., Geblergasse: 8 Baublöcke, rund 130 Liegenschaften
17., Haslingergasse: 14 Blöcke, 173 Liegenschaften
20., Klosterneuburger Straße: 12 Baublöcke, 148 Liegenschaften
Blocksanierungen in der Abschlussphase sind:
3., Erdbergstraße: 11 Baublöcke, 107 Liegenschaften
14., Kienmayergasse: 9 Baublöcke, 114 Liegenschaften
15., Fünfhaus Nord: 2 Baublöcke, 10 Liegenschaften
16., Hippgasse: 3 Baublöcke, 38 Liegenschaften
18., Staudgasse: 8 Baublöcke, 90 Liegenschaften
17., Gräffergasse: 13 Baublöcke, 110 Liegenschaften
Zwtl.: AkteurInnen der Blocksanierung
Mit der Blocksanierung sind nicht nur der wohnfonds_wien, sondern
auch die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung (GB*), die für die
einzelnen Gebiete beauftragten ArchitektInnen, der Magistrat der
Stadt Wien sowie die Bezirksvertretungen befasst. Besonders dabei
hervorzuheben sind die GB*, die als professionelle
Service-Einrichtungen der Stadt Wien als permanente Anlaufstellen für
Fragen, Anregungen, Wünsche und Beschwerden zur Verfügung stehen.
Auch die Wirtschaftskammer Wien begleitet mit der Aktion
"Betriebsberatung in der Blocksanierung" die vom wohnfonds_wien
beauftragten Studien und berät vor Ort über betriebliche Förderungen.
Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit Initiativen, die sich zum
Ziel gesetzt haben, gewachsene Geschäftsstraßen zu erhalten und
auszubauen und sich damit aktiv für eine Aufrechterhaltung der
Nahversorgung einsetzen.
Zwtl.: Mehr als ein Drittel aller WienerInnen leben im einem
gefördert sanierten Haus
Seit 1984 wurden im Rahmen der "Sanften Stadterneuerung"
geförderte Sanierungen von 6.100 Häusern mit rund 277.000 Wohnungen
fertiggestellt.
Damit wurde die Wohn- und Lebensqualität von rund 660.000
BewohnerInnen - von mehr als einem Drittel der Wiener Bevölkerung -
deutlich gesteigert.
Das durch die Förderungsempfehlungen ausgelöste
Investitionsvolumen beträgt rund 6,8 Mrd. Euro, die Fördermittel des
Landes Wien ca. 4,8 Mrd. Euro. Grund genug für die UNO, die "Sanfte
Stadterneuerung" Wiens nicht nur als internationales "Best
Practice"-Modell hervorzuheben, sondern auch mit der "Scroll of
Honour 2010", dem wichtigsten Preis der Vereinten Nationen im Bereich
des Wohnens, auszuzeichnen.
Zwtl.: Service
Die MitarbeiterInnen des wohnfonds_wien beraten interessierte
HauseigentümerInnen, beauftragen und koordinieren alle
Blocksanierungsaktivitäten und betreuen die einzelnen Projekte
während der gesamten Verfahrensdauer.
Sanierungsberatung des wohnfonds_wien:
8., Lenaugasse 10
Tel.: 403 59 19-0
E-Mail: office@wohnfonds.wien.at
Beratungszeiten: Mo. bis Do., 9 bis 16 Uhr
www.wohnfonds.wien.at
GB*
Die neun Gebietsbetreuungen Stadterneuerung stehen an zwölf
Standorten und drei Außenstellen MieterInnen, HauseigentümerInnen und
Gewerbetreibenden mit einem Umfassenden Angebot an Beratung und
Information zu Sanierungen zur Verfügung.
Allgemeine Öffnungszeiten:
Mo, Di.: 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr
Do.: 13.00-19.00 Uhr
Fr.: 9.00-12.00 Uhr
Die Kontaktdaten aller Gebietsbetreuungen sowie die Öffnungszeiten
der Außenstellen sind unter www.gbstern.at abrufbar.
Alle wichtigen Informationen zum Thema bietet auch die kostenlose
Broschüre "Blocksanierung - Wege zu mehr Lebensqualität", die beim
wohnfonds_wien angefordert werden kann. (Schluss) da
Rückfragehinweis:
Christiane Daxböck
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01 4000-81869
mailto:christiane.daxboeck@wien.gv.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0037 2012-07-30/10:18
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